Lassen wir doch das Virus ins Leere laufen.

Die Sars-CoV-2 Impfstoffentwicklung birgt keine geringen Risiken. Die Erwartungen sollten also nicht zu hoch geschraubt werden. Lassen wir doch das Virus ins Leere laufen.

Die Genomforscher Hans Lehrach und George Church sehen die Beerdigung des Virus als nicht sonderlich problematisch an. Die beiden Wissenschaftlicher sollten wissen, worüber sie sprechen. Beide kommen aus wissenschaftlich bedeutenden Einrichtungen (Dahlemer Max-Planck-Institut für molekulare Genetik, Dahlem-Zentrum für Genomforschung und Medizinische Systembiologie sowie die Harvard Medical School). Auch wenn es sich eher um Emeriti (Curch 65, Lehrbach 73) handelt, hat man es hier mit geballtem Wissen und Erfahrung zu tun.

Worum geht es in diesem Zusammenhang?

Wenn weltweit keine Person eine andere anstecken kann, gehen dem Virus die Wirte aus. Und ohne Wirt gibt es keine Replikation. Dieses ausschließliche Unterfangen wird selbst unter günstigsten Bedingungen nicht gelingen. Es reicht jedoch auch eine abgeschwächte Variante, bei der kleine Infektionsherde zielsicher nachverfolgt und gestoppt werden können.

Was ist für einen solchen Ansatz notwendig?

Es werden gigantische Testkapazitäten mit extrem kurzen Ergebniszeiten zu Cappuccinopreisen benötigt. Die Technologie, die dies leisten kann, läuft unter dem Fachbegriff NGS ( Next Generation Sequencing). Es handelt sich um Sequenzierungmaschinen, die beispielsweise bei der Genanalyse von Tumorpatienten zur Optimierung des Therapieansatzes Verwendung finden. Automaten für PCR-Analysen sind für diesen Denkansatz ungeeignet.

Solche Sequenzierungsmaschinen sind extrem leistungsfähig, nehmen verhältnismäßig wenig Platz ein und könnten somit auch mobil betrieben werden. Positiv getestete Personen müssten für die entsprechende Verweildauer in kontrollierte Quarantäne. Die Testhäufigkeit muss ein entsprechendes Sicherheitsprofil aufweisen (z. B. vier Tests in geeigneter Abfolge). Wird das Szenario vier bis sechs Wochen durchgehalten, ist ein Sars-CoV-2 freies Leben wieder möglich. Das ganze Vorgehen kostet bei ca. 8 Milliarden Menschen weltweit 32 Milliarden US-Dollar (Church nennt Kosten von einem US-Dollar pro Test). Das ist ein Schnäppchenpreis für die Menschheit.

Zudem darf man sicher sein, dass das nächste Virus bereits auf der Startrampe steht und auf seinen Einsatz wartet. Für diesen Fall hat man dann eine probate Methode in der Schublade, um kurzfristig zu reagieren.